Sarah Lauble berichtet von ihrem Aufenthalt in Burkina Faso '14

Die BurkinafahrerInnen 2014 Sarah Lauble,Julie Dold, Maren Casper, Matthias Dold und Mathilde Schaeffer haben im September 2014 zusammen mit unseren Mitgliedern Sabrina Dold, Michael Waitz, Angela Menke, Christine Dold und Mitgliedern unseres franz. Partnervereins aus Arbois Douroula besucht. Mit tatkräftiger Unterstützung aus Douroula haben sie 2 neue Klassenzimmer Douroula gebaut und eine Impfaktion durchgeführt. 

2014 war ein aufregendes Jahr für mich. Die Reise nach Burkina Faso, für die ich mich angemeldet hatte, stand endlich bevor. Schon im Voraus mussten viele Vorbereitungen getroffen und Entscheidungen gefällt werden. So war es auch mit den Impfungen. Da es in Afrika viele andere Krankheiten gibt als in Deutschland, mussten noch einige Impfungen durchgeführt werden. Dabei entschieden wir selbst, welche 

 

Am 29. Juli war es endlich soweit. Mit dem Zug fuhren wir nach Paris, von wo aus unser Flugzeug direkt nach Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, startete. In dieser 1,5 Millionen Einwohner-Stadt verbrachten wir unsere ersten zwei Nächte. Zu unserer Erleichterung gab es dort noch Klos, Duschen und Klimaanlagen. Tagsüber gingen wir auf verschiedene Märkte und besuchten eine Künstlerwerkstatt.

 

Am 3. Tag in Burkina Faso brachen wir auf nach Douroula. Unterwegs besuchten wir in Dédougou den Dorfchef und ehemaligen Bürgermeister von Douroula. In Dégougou befindet sich da von uns finanziell unterstützte Waisenhaus.

Angekommen in Douroula wurden wir herzlich empfangen. Zunächst wurde uns das Gästehaus gezeigt, in dem wir schlafen würden. Dieses bestand aus fünf Zimmern, in denen unsere Betten standen, zwei Duschräumen und einem Aufenthaltsraum. In den Duschräumen befanden sich jedoch keine Duschen, wie man annehmen könnte. Vielmehr waren es Kabinen mit Abläufen für das Wasser, das wir aus Eimern mit Bechern über uns gossen. In ungefähr zwanzig Metern Entfernung zu unserem Haus befand sich ein kleines Gebäude ohne Dach. Durch eine Mauer wurde es in zwei Räume ohne Türen unterteilt. Ein Raum diente, wie die Duschräume im Haus, zum Waschen. Im anderen Raum befand sich „die Toilette“, ein Loch im Boden, neben dem eine Gießkanne und ein Besen standen.

 

Am Tag nach unserer Ankunft fand ein Begrüßungsfest für uns statt. Dazu versammelte sich das nahezu ganze Dorf vor der Schule. Die besten Schüler und Schülerinnen der Grundschulen aus der Umgebung sowie der weiterführenden Schule  wurden geehrt. Die Preise für die besten Schüler der weiterführenden Schule wurden von uns  finanziert.

Zudem hielten verschiedene wichtige Personen, wie der Bürgermeister von Douroula, Reden und begrüßten uns. Dieses recht formelle Programm wurde immer wieder unterbrochen von Auftritten verschiedener Musikgruppen aus der Umgebung. Sehr spektakulär waren zwei Maskenträger. Wie schnell klar wurde, hatten alle einheimischen Jugendlichen und Kinder Angst vor ihnen. Ähnlich wie bei uns früher erzählen die Eltern in Douroula ihren Kindern, wenn wirklich unartig sind, von diesen Monstern, die sie holen werden, wenn sie sich nicht benehmen.

 

Nachdem die Tage der Ankunft und des Festes vorbei waren, machten wir uns an die Arbeit. Unser Vorhaben war es, eine neue Grundschule in Douroula zu erbauen, da die alte schon zu überfüllt war. Um dies zu finanzieren, hatten wir in Deutschland die Aktion „Sack-Zement“ organisiert. Dabei konnte jeder einen oder mehrere Sack Zement für je 10€ spenden. Mit dieser Aktion sammelten wir 4500€. Zusammen mit der Spende von 3000€ einer Firma, die nicht genannt werden will, hatten wir so fast das ganze Geld für den Bau der neuen Schule bereitgestellt.

 

Noch bevor wir in Douroula ankamen hatten bezahlte Handwerker aus der Umgebung mit Hilfe von Sabrina Dold, unserer Vereinsvorsitzenden, und ihrem Mann Zaki, der aus Burkina Faso stammt, mit dem Bau angefangen. Nun, wo wir auch endlich mithelfen konnten, kamen auch viele freiwillige Helfer aus dem Dorf. Gemeinsam arbeiteten wir zwei Wochen lang.

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An einzelnen Tagen machten wir Ausflüge. Einmal gingen wir nach Dédougou, wo wir das von uns unterstützte Waisenhaus besuchten, das regelmäßig eine Spende von uns bekommt. Leider waren gerade Ferien, weshalb viele Kinder bei ihren Verwandten zu Besuch waren. Allerdings zeigte uns Schwester Bernadette, die Leiterin des Waisenhauses, das Gelände und erzählte uns vom Alltag der Kinder. Außerdem erzählte sie uns vom Schicksal eines der Kinder. Ein junges Mädchen, das schon einem Mann versprochen wurde, bekam ein Kind von einem anderen Mann. Da das Kind somit die Ehre der Familie beschmutzte, legte sie das Kind im Hof in die Sonne, um es verdursten zu lassen. Eine Nachbarin sah dies und rettete das Kind. Sie brachte es zu Bernadette ins Waisenhaus, wo es wieder gesund gepflegt wurde und heute lebt.

Am Ende des Tages hatten wir vor, in Dédougou den Markt zu besuchen, allerdings kam der Regen und so mussten wir schon früher nach Hause fahren.

 

An einem anderen Tag besuchten wir das Dorf Bladi in der Nähe von Douroula. Dort schauten wir uns die Schule und die Krankenstation an. Zum Schluss fuhren wir zusammen mit den Einheimischen zu einem Frauengarten, wo die Frauen des Dorfes Blumen und Gemüse anpflanzen. Allerdings haben sie einen veralteten Brunnen, in dem in der Trockenzeit kein Wasser steht.

Als die zwei Wochen vorbei waren, war der Bau der Schule fast fertig. Seit Oktober gehen dort Schüler und Schülerinnen zur Schule. In einem Raum sitzen ungefähr 50 Kinder. 

In der letzten Woche unserer Reise gingen wir auf Safari, wo wir Elefanten, Krokodile, Affen, Antilopen und viele weitere Tiere sahen. Nach drei Wochen voller neuer Erfahrungen, neuer Freundschaften und Sonnenbrände war unsere beeindruckende Reise zu Ende. 

 

Trotz der Armut, in der die Burkinabé leben, haben sie sich selbst nicht bemitleidet. Sie versuchen aus ihrer Situation das Beste zu machen und sind aus meiner Sicht glücklicher über die kleinen Dinge. Das hat mich tief beeindruckt, hätte mich aber nicht überraschen dürfen. Schließlich bedeutet Burkina Faso, das Land der Aufrechten.  

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