Annica Auel besucht das Waisenhaus Saint Cécile in Dédougou

Zwei Wochen lang unterstützt sie die Ordenschwester 
Bernadette Ouedraogo

Das Waisenhaus Sainte Cécile in der Stadt Dédougou wird von der Ordensschwester Bernadette Ouedraogo geleitet. Fast 100 Kinder leben hier. Weitere 130 Kinder werden finanziell unterstützt. Zum zweiten Mal komme ich im August 2014 nun hier her. Zwei Wochen besuche ich die Kinder und Ordensschwestern. Schwester Bernadette begrüßt mich herzlich und betont mehrmals, wie sehr ihr die Freundschaft mit den Mitgliedern des Vereins „Wir für Burkina“ am Herzen liegt. Auch die Kinder freuen sich über meinen Besuch und löchern mich vom ersten Tag an mit Fragen über mich und mein Heimatland.

 

In Burkina Faso sind noch Schulferien. Die jüngeren Kinder haben Zeit zum Spielen, während die Großen auf dem Reisfeld arbeiten – eine anstrengende Arbeit, für die man viel Kraft und Ausdauer benötigt. Die Kinder beeindrucken mich. Von morgens bis abends arbeiten sie, ohne sich zu beschweren oder ihre gute Laune zu verlieren. Schwester Bernadette erklärt mir, dass diese Arbeit aus verschiedenen Gründen wichtig ist. Zwar erhält das Waisenhaus Spenden aus Europa, diese reichen jedoch nicht aus, um Essen, Kleidung, Unterkunft und Schulgebühren für alle Kinder zu bezahlen. Dank dem Anbau von Reis, Bananen, Mais und verschiedenen anderen Pflanzen ist das Waisenhaus unabhängiger und die Versorgung der Kinder garantiert. Neben diesem finanziellen Aspekt ist das Arbeiten für die Kinder eine Vorbereitung auf ihr späteres Leben. In Sainte Cécile bekommt jedes Kind eine Schulausbildung. Für die Kinder ist es aber nicht nur wichtig Französisch, Mathematik, Englisch usw. zu erlernen, sondern auch, wie man Landwirtschaft betreibt. So werden sie gut auf ihre Zukunft vorbereitet und haben eine breite Berufsauswahl. Auch ich helfe den Kindern auf dem Feld, komme mir aber im Gegensatz zu diesen schwach und unbeholfen vor.

 

An meinem dritten Tag lerne ich Schwester Lucie, die Rektorin der Grundschule Sainte Cécile, die vom Waisenhaus geleitet wird, kennen. Schwester Lucie bietet mir an, ihr bei den Erstklässleranmeldungen zu helfen, die am nächsten Tag stattfinden sollen. Am folgenden Tag sitze ich also bei ihr im Büro und trage Daten der Schulanfänger wie Religion und Ethnie in ein Register ein. Die große Anzahl der Kinder, die in Begleitung der Eltern zur Anmeldung kommen, ist ein schöner Anblick. Vor ein paar Jahren wurden in Burkina Faso lange nicht so viele Kinder zur Schule geschickt wie jetzt.  

 

 

Ich frage Schwester Bernadette, womit ich die Kinder noch unterstützen kann. Sie erzählt mir, dass die Zehntklässler bald eine Prüfung, eine Art Realschulabschluss, schreiben. Um diese Schüler gut vorzubereiten, gebe ich ihnen von nun an jeden Nachmittag Englisch- und Deutschnachhilfe. Obwohl Ferien sind, sind die Kinder sehr motiviert und erinnern mich an unseren Unterricht, falls ich diesen einmal vergesse.

 

Schwester Bernadette nimmt sich immer wieder Zeit für mich, obwohl sie so viel zu tun hat. Unter anderem zeigt sie mir die weiterführende Schule, auf die die Kinder gehen, die Bananenplantage und den Markt. Jeden Sonntag gehe ich mit den Kindern in die Kirche. Aufgrund all dieser Aktivitäten vergeht die Zeit leider viel zu schnell. Am letzten Abend singen und tanzen die Kinder für mich und ich muss ihnen versprechen, dass dies nicht mein letzter Besuch im Waisenhaus gewesen ist.

Annica Auel

​​Telefon:

07831/ 83399

Kontakt: 

Inselstraße 8    77756 Hausach

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